MEINE HAUSLEKTÜRE * “DER RICHTER UND SEIN HENKER” (nach F. DÜRRENMATT)

Навчальний посібник з німецької мови



 

Т.І.Шепель, О.В.Григорова

 MEINE HAUSLEKTÜRE

 

“DER RICHTER UND SEIN HENKER”

(nach F. DÜRRENMATT)

 

 Навчальний посібник з німецької мови

 Видання друге, виправлене і доповнене

 

Zeitglas-Verlag 2015

288 стор.

 

ISBN 978-966-2306-80-4

 

Посібник має за мету удосконалення володіння німецькою мовою та знайомство з творчістю класика німецькомовної літератури Ф.Дюрренматта. Текстовий матеріал та вправи до нього можуть бути використані учнями старших класів шкіл та ліцеїв, а також студентами вищих навчальних закладів, так само як і всіма тими, хто вивчає німецьку мову.

Посібник укладено на кафедрі іноземних мов Інституту міжнародних відносин Київського національного університету імені Тараса Шевченка. Вправи до тескту розроблено Т.І.Шепель та О.В.Григоровою. Матеріал опрацьовувався під час занять із студентами протягом декількох років.

Автори висловлюють глибоку подяку викладачаи секції німецької мови кафедри за допомогу у розробці вправ та в апробації матеріалу в студентських групах. Особлива подяка завідувачу кафедри проф. В.В.Дайнеко за всебічну підтримку під час роботи над створенням посібника.

 

 

Уривки з книги: 

 

Kapitel I

 

Alphons Clenin, der Polizist von Twann, fand am Morgen des dritten November neunzehnhundertachtundvierzig dort, wo die Straße von Lamboing (eines der Tessenbergdörfer) aus dem Walde der Twannbachschlucht hervortritt, einen blauen Mercedes, der am Straßenrande stand. Es herrschte Nebel, wie oft in diesem Spätherbst, und eigentlich war Cle-nin am Wagen schon vorbeigegangen, als er doch wieder zu­rückkehrte. Es war ihm nämlich beim Vorbeischreiten gewe­sen, nachdem er flüchtig durch die trüben Scheiben des Wa­gens geblickt hatte, als sei der Fahrer auf das Steuer nieder­gesunken. Er glaubte, dass der Mann betrunken sei, denn als ordentlicher Mensch kam er auf das Nächstliegende. Er woll­te daher dem Fremden nicht amtlich, sondern menschlich be­gegnen. Er trat mit der Absicht ans Automobil, den Schlafen­den zu wecken, ihn nach Twann zu fahren und im Hotel Bä­ren bei schwarzem Kaffee und einer Mehlsuppe nüchtern werden zu lassen; denn es war zwar verboten, betrunken zu fahren, aber nicht verboten, betrunken in einem Wagen, der am Straßenrande stand, zu schlafen. Clenin öffnete die Wa­gentür und legte dem Fremden die Hand väterlich auf die Schultern. Er bemerkte jedoch im gleichen Augenblick, dass der Mann tot war. Die Schläfen waren durchschossen. Auch sah Clenin jetzt, dass die rechte Wagentüre offen stand. Im Wagen war nicht viel Blut, und der dunkelgraue Mantel, den die Leiche trug, schien nicht einmal beschmutzt. Aus der Manteltasche glänzte der Rand einer gelben Brieftasche. Cle­nin, der sie hervorzog, konnte ohne Mühe feststellen, dass es sich beim Toten um Ulrich Schmied handelte, Polizeileutnant der Stadt Bern.

Clenin wußte nicht recht, was er tun sollte. Als Dorfpolizist war ihm ein so blutiger Fall noch nie vorgekommen. Er lief am Straßenrande hin und her. Als die aufgehende Sonne durch den Nebel brach und den Toten beschien, war ihm das unangenehm. Er kehrte zum Wagen zurück, hob den grauen Filzhut auf, der zu Füßen der Leiche lag, und drückte ihr den Hut über den Kopf, so tief, dass er die Wunde an den Schläfen nicht mehr sehen konnte, dann war ihm wohler.

Der Polizist ging wieder zum andern Straßenrand, der ge­gen Twann lag, und wischte sich den Schweiß von der Stirne. Dann faßte er einen Entschluß. Er schob den Toten auf den zweiten Vordersitz, setzte ihn sorgfältig aufrecht, befestigte den leblosen Körper mit einem Lederriemen, den er im Wageninnern gefunden hatte, und rückte selbst ans Steuer.

Der Motor lief nicht mehr, doch brachte Clenin den Wa­gen ohne Mühe die steile Straße nach Twann hinunter vor den Bären. Dort ließ er tanken, ohne dass jemand in der vornehmen und unbeweglichen Gestalt einen Toten erkannt hätte. Das war Clenin, der Skandale haßte, nur recht, und so schwieg er.

Wie er jedoch den See entlang gegen Biel fuhr, verdichtete sich der Nebel wieder, und von der Sonne war nichts mehr zu sehen. Der Morgen wurde finster wie der letzte Tag. Cle­nin geriet mitten in eine lange Automobilkette, ein Wagen hinter dem ändern, die aus einem unerklärlichen Grunde noch langsamer fuhr, als es in diesem Nebel nötig gewesen wäre, fast ein Leichenzug, wie Clenin unwillkürlich dachte. Der Tote saß bewegungslos neben ihm, und nur manchmal, bei einer Unebenheit der Straße etwa, nickte er mit dem Kopf wie ein alter, weiser Chinese, so dass Clenin es immer weniger zu versuchen wagte, die andern Wagen zu überho­len. Sie erreichten Biel mit großer Verspätung.

Während man die Untersuchung der Hauptsache nach von Biel aus einleitete, wurde in Bern der traurige Fund Kom­missar Bärlach übergeben, der auch Vorgesetzter des Toten gewesen war.

Bärlach hatte lange im Auslande gelebt und sich in Kon­stantinopel und dann in Deutschland als bekannter Krimina­list hervorgetan. Zuletzt war er der Kriminalpolizei Frank­furt am Main vorgestanden, doch kehrte er schon dreiunddreißig in seine Vaterstadt zurück. Der Grund seiner Heim­reise war nicht so sehr seine Liebe zu Bern, das er oft sein goldenes Grab nannte, sondern eine Ohrfeige gewesen, die er einem hohen Beamten der damaligen neuen deutschen Re­gierung gegeben hatte. In Frankfurt wurde damals über die­se Gewalttätigkeit viel gesprochen, und in Bern bewertete man sie, je nach dem Stand der europäischen Politik, zuerst als empörend, dann als verurteilungswert, aber doch noch be­greiflich, und endlich sogar als die einzige für einen Schwei­zer mögliche Haltung; dies aber erst fünfundvierzig.

Das erste, was Bärlach im Fall Schmied tat, war, dass er anordnete, die Angelegenheit die ersten Tage geheim zu be­handeln - eine Anordnung, die er nur mit dem Einsatz seiner ganzen Persönlichkeit durchzubringen vermochte. «Man weiß zu wenig, und die Zeitungen sind sowieso das Überflüssigste, was in den letzten zweitausend Jahren erfunden worden ist», meinte er.

Bärlach schien sich von diesem geheimen Vorgehen offen­bar viel zu versprechen, im Gegensatz zu seinem «Chef», Dr. Lucius Lutz, der auch auf der Universität über Krimina­listik las. Dieser Beamte, in dessen stadtbernisches Geschlecht ein Basler Erbonkel wohltuend eingegriffen hatte, war eben von einem Besuch der New Yorker und Chicagoer Polizei nach Bern zurückgekehrt und erschüttert «über den vorwelt­lichen Stand der Verbrecherabwehr der schweizerischen Bun­deshauptstadt», wie er zu Polizeidirektor Freiberger anläß­lich einer gemeinsamen Heimfahrt im Tram offen sagte.

 

Noch am gleichen Morgen ging Bärlach – nachdem er noch einmal mit Biel telefoniert hatte – zu der Familie Schönler an der Bantigerstraße, wo Schmied gewohnt hatte. Bärlachschritt zu Fuß die Altstadt hinunter und über die Nydegg-brücke, wie er es immer gewohnt war, denn Bern war seiner Ansicht nach eine viel zu kleine Stadt für «Trams und der­gleichen».

Die Haspeltreppen stieg er etwas mühsam hinauf, denn er war über sechzig und spürte das in solchen Momenten; doch befand er sich bald vor dem Hause Schönler und läutete.

Es war Frau Schönler selbst, die öffnete, eine kleine, dicke, nicht unvornehme Dame, die Bärlach sofort einließ, da sie ihn kannte.

«Schmied mußte diese Nacht dienstlich verreisen», sagte Bärlach, «ganz plötzlich mußte er gehen, und er hat mich ge­beten, ihm etwas nachzuschicken. Ich bitte Sie, mich in sein Zimmer zu führen, Frau Schönler.»

Die Dame nickte, und sie gingen durch den Korridor an einem großen Bilde in schwerem Goldrahmen vorbei. Bärlach schaute hin, es war die Toteninsel.

«Wo ist Herr Schmied denn?» fragte die dicke Frau, indem sie das Zimmer öffnete.

«Im Ausland», sagte Bärlach und schaute nach der Decke hinauf.

Das Zimmer lag zu ebener Erde, und durch die Gartentüre sah man in einen kleinen Park, in welchem alte braune Tan­nen standen, die krank sein mußten, denn der Boden war dicht mit Nadeln bedeckt. Es mußte das schönste Zimmer des Hauses sein. Bärlach ging zum Schreibtisch und schaute sich aufs Neue um. Auf dem Diwan lag eine Krawatte des Toten.

«Herr Schmied ist sicher in den Tropen, nicht wahr, Herr Bärlach», fragte ihn Frau Schönler neugierig. Bärlach war etwas erschrocken: «Nein, er ist nicht in den Tropen, er ist mehr in der Höhe.»

Frau Schönler machte runde Augen und schlug die Hände über dem Kopf zusammen. «Mein Gott, im Himalaya?»

«So ungefähr», sagte Bärlach, «Sie haben es beinahe erraten.» Er öffnete eine Mappe, die auf dem Schreibtisch lag und die er sogleich unter den Arm klemmte.

«Sie haben gefunden, was Sie Herrn Schmied nachschicken müssen?»

«Das habe ich.»

Er schaute sich noch einmal um, vermied es aber, ein zwei­tes Mal nach der Krawatte zu blicken.

«Er ist der beste Untermieter, den wir je gehabt haben, und nie gab's Geschichten mit Damen oder so», versicherte Frau Schönler.

Bärlach ging zur Türe: «Hin und wieder werde ich einen Beamten schicken oder selber kommen. Schmied hat noch wichtige Dokumente hier, die wir vielleicht brauchen.»

«Werde ich von Herrn Schmied eine Postkarte aus dem Ausland erhalten?» wollte Frau Schönler noch wissen. «Mein Sohn sammelt Briefmarken.»

Aber Bärlach runzelte die Stirne und bedauerte, indem er Frau Schönler nachdenklich ansah: «Wohl kaum, denn von solchen dienstlichen Reisen schickt man gewöhnlich keine Postkarten. Das ist verboten.»

Da schlug Frau Schönler aufs neue die Hände über dem Kopf zusammen und meinte verzweifelt: «Was die Polizei nicht alles verbietet!»

Bärlach ging und war froh, aus dem Hause hinaus zu sein.

 

1. Aktiver Wortschatz.  Beschreiben Sie die Situationen mit folgenden Wörtern und Redewendungen.

  • vorbeigehen an (D.)  
  • feststellen
  • es handelt sich um (Akk.); es geht um (Akk.); die Rede ist von (D.)   
  • vorkommen (D.), passieren (D.), geschehen mit (D.)
  • sich (D.) den Schweiss von der Stirne wischen           
  • den Entschluss fassen  
  • tanken     
  • geraten in (Akk.) 
  • einleiten (ein Verfahren, eine Untersuchung gegen Akk.)
  • eine Ohrfeige geben
  • runde Augen machen   
  • die Hände zusammenschlagen

 

2. Merken Sie sich folgende Redewendungen und bilden Sie Sätze:

1)        etw. im Vorbeigehen erwähnen

 j-n vorbeikommen lassen (die Gelegenheit, die Prüfungen)

2)        manchmal kommt es vor

 das darf nicht mehr vorkommen

 er kommt mir bekannt vor

3)        der Schweiß bricht aus

 der Schweiß sinnt in Strömen

 in Schweiß gebadet sein

 das hat viel Schweiß gekostet

 daran hängt viel Schweiß

 im Schweiß seines Angesichts

4)        seine Arbeit ist gut geraten (gelungen)

er ist nach seinem Vater geraten (ist ähnlich)

in eine Falle ~

auf j-s Spur ~

in die Klemme ~

außer sich (D.) ~

in Aufregung ~

in Vergessenheit ~

in Verzweiflung ~

in Wut ~

5)        die Augen geradeaus (links, rechts)

ein Auge für (Akk.) haben (sich auskennen in (D.))

sich (D.) die Augen aus dem Kopf sehen

ganz Auge und Ohr sein (aufmerksam zuhören und sehen)

j-n aus den Augen verlieren

Er ist seinem Vater wie aus den Augen geschnitten.

in j-s Auge steigen (sinken)

unter vier Augen

  Sprichwort: ,Aus den Augen, aus dem Sinn“

            „Vier Augen sehen mehr als zwei“

            „Furcht hat tausend Augen“

 

3. Übersetzen Sie die Sätze, gebrauchen Sie die Redewendungen aus der Übung 2.

  1. Він згадав це мимохідь, тому що для нього ця інформація не мала важливого значення.
  2. Інколи трапляється, що мій друг потрапляє у скруту, і тоді я обов’язково допомагаю йому.
  3. Усі знають, що це коштувало цому багатьох зусиль, але він усе одно досяг своєї мети.
  4. Мені здається, що вона схожа на свого батька, як дві краплі води.
  5. Ця людина упала в моїх очах через свою безвідповідальність.
  6. Недаремно кажуть: «У стразу очі великі». Не бійся і спробуй. Хто хоче, той багато досягає.

 

4. Beantworten Sie die Fragen:

  • Was für ein Unfall passierte am 3. November 1948 in Twann?
  • Beschreiben Sie die Handlungen des Polizisten Alphons Clenin in dieser Situation.
  • Was können Sie über den Lebenslauf des Kriminalisten Bärlach erzählen?
  • Beschreiben Sie Bärlachs Besuch bei Frau Schönler.

 

5. Schreiben Sie den Plan.

 

6. Beschreiben Sie die Charakterzüge der Haupthelden dieses Kapitels.

 

7. Bilden Sie einen Dialog zwischen Bärlach und Frau Schönler.

 

8. Übersetzen Sie ins Deutsche:

  1. Він хотів пройти повз автомобіль, але вирішив повернутися назад.
  2. Йшлося про лейтенанта поліції м.Берн Ульріха Шміда, труп якого було знайдено в машині.
  3. Подібні випадки з ним ніколи не траплялися.
  4. Поліцейський витер піт з чола, було нелегко прийняти правильне рішення.
  5. У подібну ситуацію він ще ніколи не потрапляв.
  6. Розпочалося слідство, труп лейтенанта Шміда було передано комісару Берлаху.
  7. Комісар Берлах дав ляпаса одному із високоповажних чиновників.
  8. Від здивування вона сплеснула руками над головою.

 

 

 

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Создан 30 июл 2015



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